Gemeinderatsnachrichten

 
Eingetragen am 11. Juli 2013
 

Hochwasserschutz - jetzt erst recht


Die Gemeinde Buttisholz wurde beim grossen Gewitter am vorletzten Dienstag mit massivem Hagelschlag arg in Mitleidenschaft gezogen. Leider ist das sich in Bau befindende Rückhaltebecken Fürti erst diesen Spätherbst einsatzbereit. Dieses Projekt genügt jedoch nicht. Es sind weitere flankierende Massnahmen gefordert. Die Projektanpassungen werden diesen September nochmals als "Neuauflage" öffentlich aufgelegt.


Unglaublich, mit welchen Wassermassen die Gemeinde Buttisholz beim grossen Gewitter von letzter Woche konfrontiert wurde! Zusätzlich verstopften die grossen Hagelkörner viele Schächte, was die ganze Situation zusätzlich noch verschärfte. Zahlreiche Keller musste ausgepumpt werden. Die Feuerwehr war umgehend vor Ort und konnte mit Sofortmassnahmen viel dazu beitragen, dass sich die Gebäudeschäden in Grenzen gehalten haben. Da in der Gemeinde Buttisholz Hochwasser regelmässig auftreten, sind viele Grundstückeigentümer gerüstet gewesen und haben mit mobilen Objektschutzdämmen die Wassermassnahmen grösstenteils abwehren können. Trotzdem wurden über 30 Keller und Räume Opfer der Wassermassen. Ein grosses Lob gehört nebst der Feuerwehr den vielen freiwilligen Helfern, welche sich umgehend an die Aufräumarbeiten gemacht haben. Hier hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Buttisholzer sich gegenseitig unterstützen.

Hochwasserrückhaltebecken Fürti noch nicht einsatzbereit
Das Hochwasserrückhaltebecken befindet sich immer noch im Bau. Da der Damm noch nicht fertiggestellt ist, durfte auch der Durchlass noch nicht gedrosselt werden. Die baulichen Massnahmen für die Drosselung erfolgen aus Sicherheitsgründen erst kurz vor der Fertigstellung des Damms. Mit dem Damm hätten einige Schäden verhindert werden können. Gegen das Oberflächenwasser, welches über die komprimierten Landböden floss, helfen jedoch nur offene Fliessgewässer mit ausreichender Abflusskapazität.

Neuauflage Massnahmen Dorf
Das zweite Hochwasserschutzprojekt für das Dorfzentrum inkl. Tannenbach lag vom 29. September bis 18. Oktober 2010 öffentlich auf. Es beinhaltet alle flankierenden Massnahmen ab dem Rückhaltebecken bis zur ARA. Im Detail werden die Durchlässe ab Mühlefeld bis zum Tannenbach vergrössert und der Chottegrabe wird ab Höhe Reithalle bis zum Unterdorf offen geführt. Auch der Stockbach wird ab Schuelmatt bis zur Post offen geführt. Das Tannenbachquartier wird mit einem Schutzdamm besser geschützt und die Landwirte, welche konkrete Landparzellen mit Rückhaltefunktionen zur Verfügung stellen müssen, werden im Hochwasserfall für den entstanden Schaden entschädigt. Gegen dieses Projekt gingen 23 Einsprachen ein. Von diesen Einsprachen wurden 13 Einsprachen aufgrund von Projektanpassungen zurückgezogen. Durch einen Teilverzicht sind weitere 2 Einsprachen entfallen. Mit fünf Parteien wurde eine angepasste, gute Lösung gefunden. Die restlichen Einsprachen konnten nicht erledigt werden. Aufgrund der vielen Anpassungen und der Gesetzesänderungen (Gewässerabstände, Fruchtfolgeflächen), haben die Projektverantwortlichen der kantonalen Dienststelle Naturgefahren in Zusammenarbeit mit der Gemeinde beschlossen, im September 2013 eine Neuauflage zu starten. Zurzeit laufen die letzten Plananpassungen. Neu werden die Massnahmen in vier verschiedene Lose aufgeteilt. Dies hat inskünftig den Vorteil, dass durch die Aufsplittung ein Teilprojekt vorgezogen werden kann. Der Gemeinderat legt der Bevölkerung nahe, auch den zweiten Projektteil nebst dem Rückhaltebecken zu unterstützen. Nur so ist eine Realisation der weiteren Hochwasserschutzmassnahmen in den nächsten Jahren möglich. Bis dahin müssen wir mit der latenten Restgefahr leben. Die entsprechenden Kosten sind in der Investitionsrechnung der Gemeinde berücksichtigt.
 
 
 
Links
 
Alle News